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Der Friedhof: Ein Ort, an dem unsere Trauer Halt findet


Deutsche wählen den Friedhof als wichtigsten Bestattungsort


Wer die Berichterstattung über Bestattungen verfolgt, gewinnt den Eindruck, die Beisetzung auf dem Friedhof sei nur noch ein Randthema. Vielfältige neue Formen der Bestattung in Wäldern und andere extravagant anmutende neue Bestattungspraktiken werden präsentiert.
Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur wollte es genauer wissen und hat eine deutschlandweit repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts DIMAP beauftragt. Dabei zeigt sich, dass heute die Mehrheit die Feuerbestattung der Erdbestattung vorzieht, die Urnen jedoch mit über 94 % auf den rund 32 000 Friedhöfen unseres Landes beigesetzt werden.
Pflegefreie Grabanlagen liegen im Trend
Tendenziell wünschen sich die Deutschen vor allem individuellere und pflegefreie Grabanlagen. Durch weit entfernt lebende Familien ist die traditionelle Grabpflege kaum zu realisieren. Vor allem ältere Menschen sprechen immer wieder den bangen Satz aus, sie wollten ihren Angehörigen nicht zur Last fallen. Leider wird dabei verkannt, dass sich ihre Angehörigen oft einen konkreten Trauerort wünschen, gerade wenn sie weit weg leben. Bestatter vermitteln Grabpflegevereinbarungen, die wesentlich günstiger sind als oft angenommen. Bestatter beraten Vorsorgende ausführlich und kostenfrei.
Mit Kreativität und Fantasie gestalten
Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur hat sich die Förderung und Weiterentwicklung der Bestattungskultur zur Aufgabe gemacht. Es weist darauf hin, dass unsere Friedhöfe mehr Kreativität und Fantasie brauchen. Zwar gibt es vorbildliche Friedhofsanlagen, oft jedoch genau aber das Gegenteil, wo lediglich rückläufige Belegungszahlen verwaltet werden und sich die Gebührenspirale immer weiter dreht. Oliver Wirthmann vom Kuratorium Deutsche Bestattungskultur betont, dass Menschen heute neue Formen der Trauerbewältigung praktizieren wollen: „Unsere Friedhöfe müssen individueller und bunter werden!", so seine Überzeugung. Andreas Niehaus, Bestattermeister aus Bielefeld, ist der Friedhof ebenfalls ein Herzensanliegen und er stellt fest: „Wenn ich als Bestatter Menschen gut berate, welche vielfältigen Möglichkeiten auf unseren Friedhöfen möglich sind, wird die Bestattung im Wald hinfällig."
Positive Spiegelbilder unserer Gesellschaft
Friedhöfe sollen positive Spiegelbilder unserer Gesellschaft werden. In versöhnter Verschiedenheit kann es dann auf unseren Friedhöfen unterschiedliche Grabfelder geben, die Christen genauso beherbergen wie Menschen ohne eine religiöse Bindung oder auch Mitbürger, die aus fremden Kulturen bei uns ihre Heimat gefunden haben. (akz-o)

Rundblick Euskirchen, 9. Februar 2018

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