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Hermann Josef Esser ist neuer Bürgermeister


Der Neu-Kaller setzte sich mit 61,39 Prozent der Stimmen gegen seinen FDP-Kontrahenten Rolf Schneider durch - Offizielle Amtseinführung für den 7. November geplant
Kall - Die CDU-Kollegen waren sich schon nach der zehnten von 20 Schnellmeldungen sicher und applaudierten zum ersten Mal. Als mit der 15. Schnellmeldung die Briefwahlergebnisse eintrudelten, die diesmal mit rund 2150 Stimmen knapp ein Drittel der abgegebenen Stimmen ausmachten, dürfte jedem der rund 70 Anwesenden im Kaller Ratssaal, darunter auch die beiden Ex-Bürgermeister Hans Kaiser und Herbert Radermacher, klar gewesen sein, dass Hermann Josef Esser (CDU) der Wahlsieg nicht mehr zu nehmen sein wird.
Rein rechnerisch stand das Ergebnis um 20.22 Uhr fest, als mit Sötenich der größte Wahlbezirk im Gemeindegebiet ausgezählt worden war. Zu dem Zeitpunkt hatte Esser etwa 1400 Stimmen Vorsprung vor seinem Konkurrenten Rolf Schneider (FDP) - und das war eine größere Anzahl von Stimmen, als es Wahlberechtigte in den noch ausstehenden Stimmbezirken Sistig I und Keldenich gab.
Michael Heller, der als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters die Veranstaltung im Kaller Rathaus moderierte, verkündete schließlich um 20.40 Uhr das endgültige Ergebnis: 61,39 Prozent der 6770 Wähler, die zur Urne geschritten waren, hatten Hermann Josef Esser gewählt. Auf Rolf Schneider entfielen demnach 38,61 Prozent der Stimmen. Esser gewann 18 von 20 Wahlbezirken. Lediglich in Scheven und Wallenthal war Schneider vorn. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,51 Prozent - ein deutliches Plus zur Bürgermeisterwahl vor vier Jahren, als mit 48,64 Prozent noch nicht mal die Hälfte der Wahlberechtigten votiert hatte.
"Ich bin etwas überwältigt", eröffnete Hermann Josef Esser seine Ansprache im Ratssaal und freute sich nicht nur über das Ergebnis, sondern auch über die "sehr hohe Wahlbeteiligung". Dennoch dachte er auch an die 38,61 Prozent der Urnengänger, die für Schneider gestimmt hatten, sowie die 2700 Kaller, die überhaupt nicht gewählt hatten. Er versprach: "Ich möchte auch deren Bürgermeister sein." Esser bedankte sich nicht nur bei seinem Team sowie bei seiner Frau Elke Fink, sondern auch bei Rolf Schneider für den fairen Wahlkampf. "Wir haben nicht mit Dreck geschmissen", betonte er. Auf die Bundestagswahl und das Ergebnis der AfD bezogen mahnte er für die Zukunft: "Geht nicht denen auf den Leim, die viel versprechen, aber nicht so viel halten können."
Esser hat mit Elke Fink und Tochter Lea-Maria um 19.52 Uhr unter großem Applaus (das Briefwahlergebnis war da bereits verkündet worden) den Ratssaal betreten, der CDU-Vorsitzende Uwe Schubinski umarmte seinen Parteifreund zur Begrüßung. Etwa 20 Minuten später kam auch Essers Kontrahent Rolf Schneider mit einer Delegation der FDP in den Ratssaal. Schneider zeigte sich als äußerst fairer Verlierer und gratulierte Esser zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Flur. Er wiederholte die Geste aber am Ende des Abends im Ratssaal.
Sollte Rolf Schneider enttäuscht über das Ergebnis gewesen sein, so konnte er das gut verbergen. "Mir geht es gut, auch wenn es nicht gereicht hat. Aber so ist das eben bei einer Wahl, das ist der Sinn von Demokratie", kommentierte er sein Abschneiden. "Sein Wahlergebnis ist besser als meines", sprang ihm Petra Kanzler zur Seite, die vor vier Jahren als Bürgermeisterkandidatin von FDP und SPD gegen CDU-Amtsinhaber Herbert Radermacher angetreten war und 27 Prozent der Stimmen für sich gewinnen konnte.
Mit seiner Leistung und der der Kaller Liberalen ist Rolf Schneider zufrieden. Er habe tapfer gekämpft, die Partei, die nur aus 30 Mitgliedern bestehe, habe einen tollen Wahlkampf gemacht - das werde nachwirken, so Schneider weiter und ergänzte: "Ich werde heute Abend trotzdem feiern und dann mache ich erst einmal Urlaub."
Das kann sich Hermann Josef Esser trotz eines anstrengenden Wahlkampfes nicht erlauben. Der Diplom-Kaufmann wird sein Büro als Prokurist bei der Energie Nordeifel bald gegen das im Rathaus tauschen und muss noch für einen reibungslosen Übergang bei dem Kaller Energieunternehmen sorgen. Deshalb wird er sein neues Amt nicht umgehend antreten. Er plant die Amtseinführung während der Ratssitzung am 7. November. Als dringlichstes Projekt sieht er die von seinem Vorgänger Herbert Radermacher angestoßene Ortskernsanierung rund um den Bahnhof. Aber er will auch einige der vielen Anregungen aus dem Wahlkampf aufnehmen.
Gefeiert hat die CDU am Sonntagabend im Saal der Gaststätte Gier. Dort gönnte sich Hermann Josef Esser dann auch sein Gewinner-Kölsch. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er mindestens 70 Gratulationen auf dem Handy. "Die beantworte ich alle morgen - oder heute Nacht, falls ich nicht schlafen kann", versprach er.
Rein formell ist Hermann-Josef Esser trotz des Wahlsiegs natürlich noch nicht Bürgermeister. Bis zur nächsten Sitzung des Wahlausschusses am Dienstag gilt das Ergebnis als vorläufig. Sollte Esser die Wahl nicht annehmen wollen, muss er sich innerhalb von sieben Tagen nach dem Wahlausschuss-Termin melden (also bis 3. Oktober). Hat er sich bis dahin gar nicht geäußert, gilt die Wahl automatisch als angenommen.
pp/Agentur ProfiPress

Rundblick Kall, 6. Oktober 2017

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