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Süße Versuchung


Weihnachten, das Fest der Naschkatzen


Was wäre die Weihnachtszeit ohne Düfte? Erst der harzige Geruch von immergrünen Tannenzweigen in den liebevoll arrangierten Tischgestecken und Adventskränzen, die würzigen Aromen der Weihnachtsbäckerei - ob Zimt, Koriander oder Nelke - und die speziellen Gerüche der Christmärkte lassen eine besinnliche Stimmung aufkommen. Besonders die großen und kleinen Leckermäulchen und Naschkatzen kommen im Advent auf ihre Kosten. Seien es heiße Schokolade mit einem gekonnten Sahnehäubchen, würziger Glühwein oder ein wärmender Becher Tee, der Geschmacksvielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Und auch wenn schon ab Mitte Oktober die Regale mit Schokoladenweihnachtsmännern und Dominosteinen gefüllt sind, sollte dies dem Genuss nicht abträglich sein. Besonders gut schmecken Marzipan, Schokokugel, Christstollen und Co. natürlich erst vor dem prasselnden Kaminfeuer oder an der festlich gedeckten Kaffeetafel.
Doch seit wann essen wir überhaupt Marzipanbrote und all die anderen feinen Dinge, die uns das Warten auf Weihnachten versüßen? Der Ursprung des Wortes ist weit mehr umstritten, als die tatsächliche Herkunft des Marzipans, das mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen Ursprung im alten Persien hat. Die klebrige Masse aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser ist unter den reichen Familien bereits im 14. Jahrhundert weit verbreitet gewesen. Einige prägten sogar ihre Familienwappen aus Marzipan und verschenkten sie zur Weihnachtszeit an Freunde. Als später Zucker aus Rüben gewonnen werden konnte, „verbürgerte" die köstliche Süßspeise und wurde für jedermann zugänglich. Im 19. Jahrhundert waren vor allem Lübeck und Königsberg für ihre Marzipanproduktion bekannt. Der Ursprungsort vom bekannten Lübecker Marzipan ist sogar so wichtig, dass die geografische Herkunft von der Europäischen Kommission geschützt wurde. Wir dürfen uns also sicher sein, dass dort, wo Lübecker Marzipan draufsteht, auch Lübecker Marzipan drin ist.
Eine weitere Leckerei, der aus der Weihnachtszeit nicht weg zu denken ist, ist der ebenso wohlschmeckende, wie traditionsreiche Christstollen. Jener gehört zu den im Bäckerhandwerk bekannten „Gebildebroten", deren Form eine symbolische Bedeutung hat. So steht der Stollen in weißem Leinen den alten Sagen nach für das Christuskind. Ein selbst gebackener Stollen als Geschenk ist für den Empfänger eine große Auszeichnung, steckt doch viel Arbeit in dem von außen fast unscheinbaren Gebäck. Die besondere Kunst tritt erst bei der Füllung zutage, wo die verwendeten Zutaten auf verschiedene Bräuche und Regionen hinweisen. Angeblich sollen die ersten Stollen im Hochmittelalter in Sachsen entstanden sein. Zu dieser Zeit waren sie noch ein mageres Fastengebäck, das mit unseren reichhaltigen Christstollen mit Trockenfrüchten und jeder Menge Butter nicht zu vergleichen ist. Mittlerweile haben sich je nach geografischer Lage zu den klassischen Backwerken mit Trockenfrüchten noch Mandel-, Butter- oder Mohnstollen und viele andere Varianten gesellt.
Wann, wenn nicht in der Weihnachtszeit, darf experimentiert werden, um ein paar neue oder bereits altbewährte Köstlichkeiten zu versuchen? Besonders die kleinen Zuckerbäcker und Teignascher werden mit von der Partie sein, wenn es heißt, aus Schokolade, Nüssen oder Früchten leckere Kekse und Kuchen zu kreieren.
Das eine oder andere gelungene Backwerk darf dann vielleicht sogar ein paar Stunden oder Tage in dem festlich geschmückten Christbaum verbringen, bevor es mit leuchtenden Augen und großem Appetit verzehrt wird. (Quelle Nordmann Classic)

Aldenhoven Infoblatt, 15. Dezember 2017

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