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Advent, Advent, ein Lichtlein brennt


Oder: Danke Gerhard


Die vier Wochen vor Weihnachten, für Kinder sind sie schier unendlich, das Weihnachtsfest und die Winterferien in greifbarer Nähe und doch noch so weit entfernt. Für die Erwachsenen kann es eine Härteprüfung ihrer Nerven werden. Doch Gerhard Lang aus München sei Dank gibt es Unterstützung für die Wartezeit. Der kleine Gerhard konnte es auch nicht mehr abwarten bis endlich der Baum ins Haus und die Geschenke ins Wohnzimmer kamen. Ständig traktierte er seine Mutter mit der Frage nach den verbleibenden Tagen bis Weihnachten. Die schlaue Dame kam dann auf die Idee Plätzchen in kleine Kartons zu legen und jene zu nummerieren. Etwas später, 1904, druckte die Lithografische Kunstanstalt, die sie mit ihrem Mann betrieb, den ersten Adventskalender in Form zweier großer Pappen mit bunten Bildern und Sprüchen, die ausgeschnitten und übereinander geklebt wurden. Es folgte ein Siegeszug des Adventskalenders. Heute gibt es ihn in zahlreichen Varianten. Doch der allerschönste ist natürlich der selbst gebastelte!
Schon im Advent bereiten wir uns auf das große Schlemmen zu Weihnachten vor. Die Christmärkte locken mit süßen und pikanten Versuchungen, ganz abgesehen von den traditionellen Speisen der Winterzeit, die schließlich wärmen und (er-)füllen sollen. Doch ursprünglich war die Adventszeit eine Fastenzeit. Und zwar vom 11. November bis zum ursprünglichen Weihnachtstag, dem Erscheinungsfest am 6. Januar. Schließlich einigte man sich für den Beginn des Advents auf den ersten Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember, hier beginnt heute das evangelische Kirchenjahr und katholische Festjahr.
Und noch eine „Erfindung" ist aus der Vorweihnachtszeit nicht wegzudenken: Der Adventskranz, meist ein aus Tannengrün gefertigter Tisch- oder Hängekranz mit vier Kerzen, die an den Adventssonntagen entzündet werden. Als „Vater" des Adventskranzes gilt Johann Hinrich Wichern, der im 19. Jahrhundert als Erzieher und Theologe in Hamburg lebte. Er versorgte einige sehr arme Kinder, die genau wie der kleine Gerhard ständig nach den verbleibenden Tagen bis Weihnachten fragten. So stellte er 20 kleine und vier große Kerzen auf einen Holzkranz. Jeden Morgen durften die Kinder eine weitere Kerze entzünden. Über die Jahre sind nur noch die vier großen Kerzen geblieben, was vor allem am Ausmaß liegen mag, den ein Kranz mit 24 Kerzen einnehmen würde. Einige Theorien weisen aber darauf hin, dass bereits die Germanen einen winterlichen Brauch mit dem Lichterkranz kannten. Von Bedeutung sind auch die immergünen Zweige, die das Leben im Winter symbolisieren und die Hoffnung auf das erneute Erwachen der Natur.
Das gemeinsame Binden und Entzünden der Kerzen eines Kranzes am Adventssonntag ist ein wunderschöner Brauch, um etwas Licht ins Dunkel des Winters zubringen und um die Vorweihnachtszeit ganz bewusst zu erleben. Denn wie wir alle wissen, vergehen die vier Wochen dann doch wieder wie im Fluge und man fragt sich, wo die Zeit eigentlich geblieben ist. (Quelle: Nordmann Classic)

Rundblick Gummersbach, 23. Dezember 2017

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