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Nach 30 Jahren wieder in Australien


Troisdorfer Hanno Rheineck führt weiter die Länderläufer-Liste an


(wed) 30 Jahre nach seiner ersten Reise nach Australien (dort wurde er damals dreifacher Seniorenweltmeister im Sprint), reiste Hanno Rheineck unlängst erneut auf den fünften Kontinent. Ziel war eine Wettkampfreise durch den Südpazifik, an dem zwölf weitere deutsche Läufer teilnahmen. Erste Station der Kreuzfahrt, die an der weltberühmten Oper in Sydney ihren Ausgang nahm, war Mounea auf der Insel Grand Terre. In der Hauptstadt des französischen Überseegebietes Neukaledonien wurde ein Sieben-Kilometer-Lauf gestartet. Die enorme Hitze und die steilen Anstiege machten dem Troisdorfer (53:51 Minuten) zu schaffen. Weiter ging es nach Lifou auf den Loyalitätsinseln, wo er einen Fünf-Kilometer-Lauf in 42:17 Minuten bewältigte. Ein erfrischendes Bad im Meer entschädigte für die Strapazen. Der nächste Hafen hieß Suva, die Hauptstadt des aus 322 Inseln bestehenden Staates Fiji, das kosmopolitische Zentrum und beliebtestes Touristenziel im Südpazifik. Bei der Ankunft mussten die Uhren erneut um eine Stunde vorgestellt werden. Am Start zum Acht-Kilometer-Lauf wurden die Läufer überall von der Bevölkerung sehr freundlich empfangen und mit dem typischen Bola-Gruß willkommen geheißen. "Während des Laufs über die Uferpromenade feuerten die Fijianer uns kräftig an", beschreibt Rheineck (mit 75 Jahren der älteste Teilnehmer) die Atmosphäre; er bewältigte die Strecke bei 30 Grad und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit in 57:15 Minuten.
Nach einem Aufenthalt in Lautoka (Fiji) hieß das nächste Ziel Vavau, eine der 172 Inseln des ozeanischen Königreiches Tonga. Tonga wird auch der Ort genannt, "an dem die Zeit beginnt", denn der Staat liegt genau hinter der internationalen Datumsgrenze. Auf Vavau (einziger schlechter Tag der zweiwöchigen Reise) waren der Regen und Sturm so stark, dass der Kapitän zeitweise das Auslaufen der Tenderboote wegen des Unwetters einstellte. Auch wenn die Boote hinterherfuhren, hatten die Läufer auf ihrer 5,5 Kilometer langen Strecke mit heftigstem Wind und strömendem Regen zu kämpfen. Rheineck benötigte 40:17 Minuten für die schwere Etappe, bei der auch noch 131 Höhenmeter zu bewältigen waren.
Ganz im Gegensatz dazu stand ein herzlicher Empfang mit Tänzern und Musik in Nuku´alofa, der Hauptstadt von Tonga. Strahlender Sonnenschein und erneut sehr hohe Temperaturen erwarteten die Teilnehmer am Sechs-Kilometer-Lauf, der am Palast des Königs Tupou VI. gestartet wurde und die der Spicher Läufer in 41:35 Minuten absolvierte. Danach traf er mit der Ordensschwester Malia Keiti zusammen, um mit ihr Hilfsprojekte für Tonga zu besprechen. Rheineck hatte im Vorjahr für Fischer in Tonga gespendet, die ihr Boot im Sturm verloren hatten. Die Schwester nahm ihn auf eine vierstündige Rundfahrt über die Insel Tongatapu mit, bei der er die Hauptsehenswürdigkeiten zu sehen bekam. Dazu zählte auch eine Aufführung traditioneller Tänze. Schwester Malia, die bereits vom Papst empfangen worden war und Direktorin einer Schule ist, lud den früheren Lehrer ein, gegen Deutsch- und Sportunterricht drei Monate kostenlos auf Tonga zu verbringen. Rheineck war sehr berührt, hat sich aber noch nicht entschieden.
Der Abschied von Tonga fiel schwer, denn die Teilnehmer der Kreuzfahrt wurden feierlich von den überaus freundlichen Einheimischen mit Blütenkränzen und zu den Klängen einer Musikkapelle verabschiedet. "Ich gebe zu, dass ich dabei Tränen in den Augen hatte", gesteht der Troisdorfer, auf den danach eine zweitägige Seereise nach Tauranga auf Neuseelands Nordinsel wartete.
Dort bildete ein Lauf auf den 230 Meter hohen Mount Maunganui, der bereits bei der Anfahrt in den Hafen von Tauranga weithin sichtbar war, den Abschluss der Reise. Rheineck benötigte 50:31 Minuten für die sechs Kilometer lange und mit einigen "giftigen" Anstiegen gespickte Strecke. Mit vielen Eindrücken kehrte er nach Troisdorf zurück und konnte seine Spitzenposition mit Starts in 116 Ländern der Erde in der Internetrangliste (laenderlaeufer.de) weiter ausbauen.

Rundblick Troisdorf, 3. März 2018

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