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Trauer um Tiere nicht unterschätzen


Verlust kann ähnlich belastend sein wie der eines Menschen


Tiere nehmen häufig ähnliche Rollen ein wie Menschen. Damit kann auch der Verlust eines Tieres ähnlich belastend sein. Wer wegen eines verstorbenen Tieres trauert, stößt jedoch häufig auf Vorbehalte.
Jedes Jahr sterben Millionen Haustiere, allein ungefähr 1,5 Millionen Katzen und Hunde. Besitzer spüren den Verlust vor allem dann besonders intensiv, wenn enge Beziehungen bestehen und Tiere im Zusammenleben ähnliche Rollen einnehmen wie Menschen. Fast 30 Millionen Tiere leben in deutschen Haushalten. Vielen Haltern vermitteln Tiere Halt und Sicherheit. Sie fördern soziale Kontakte und gelten als verlässliche Partner und liebevolle Begleiter, die oft als Teil der Familie angesehen werden.
„Stirbt ein Tier, zeigen die Besitzer mitunter ähnliche Reaktionsweisen wie beim Verlust eines Menschen", weiß die Trauerberaterin Heidi Müller vom Beirat des Trauerportals www.gute-trauer.de, das von der Verbraucherinitiative Aeternitas ins Leben gerufen wurde. Dazu zählt sie Fassungslosigkeit, Rückzug, Traurigkeit oder Schlafprobleme. Besonders stark kann der Verlust beeinträchtigen, wenn die Besitzer ihre Tiere einschläfern oder in einer Ausnahmesituation alleine lassen müssen. Zum Beispiel führte der Hurrikan Katrina im Jahre 2005 bei einigen Menschen zu erheblichen Schwierigkeiten in der Verlustverarbeitung, weil sie bei Rettungsaktionen ihre Tiere zurücklassen mussten.
Tierhalter können immer häufiger ihre Trauer offen zum Ausdruck bringen und den Verlust ritualisieren. Die große Zahl an Tierbestattern, -krematorien und -friedhöfen zeugt davon. Dennoch stoßen viele mit ihrem Schmerz auf Unverständnis. „Es war doch nur ein Tier", lautet eine häufige Reaktion. „Dieses Abwerten der Beziehung und des Verlustes kann Betroffene zusätzlich belasten und ist wenig hilfreich", gibt Müller zu bedenken. Insbesondere wenn Kinder im Haushalt mit einem Tier zusammenleben, sollte nicht einfach über den Verlust hinweg gegangen werden. Möglicherweise begegnen sie das erste Mal den Themen Sterben und Tod. Mithilfe erwachsener Bezugspersonen können Kinder viel aus dieser Erfahrung lernen, sei sie auch noch so schmerzlich. (Aeternitas e.V.)

Mitteilungsblatt Nörvenich, 28. Januar 2017

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