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Jeder dritte deutsche Friedhof in kirchlicher Hand


Verteilung regional sehr verschieden


Kirchliche Träger verwalten rund 12.400 der bundesweit 32.000 Friedhöfe, davon 8.800 evangelische und 3.600 katholische. Der Anteil ist regional sehr verschieden. Das ergab eine Erhebung von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur.
Kirchliche Friedhöfe spielen vor allem im Norden und Osten Deutschlands und in Bayern eine wichtige Rolle. So finden sich im Gebiet der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland 1.846 evangelische Begräbnisstätten, in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens circa 1.300 und in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz 1.126. Hoch ist die Anzahl unter anderem auch im Gebiet der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) mit 1.467 und in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit ungefähr 900. Katholische Friedhöfe hingegen gibt es im kaum katholisch geprägten Norden und Osten nur wenige - anders als in Bayern. Auf das Bundesland verteilen sich über 2.200 katholische Friedhöfe, davon allein circa 550 im Bistum Augsburg und circa 700 im Bistum München-Freising, aber immerhin auch insgesamt ungefähr 750 evangelische.
Im Westen und Südwesten Deutschlands dominieren deutlich die kommunalen Friedhöfe, die bundesweit insgesamt zwei Drittel ausmachen. Die Zahl der katholischen in den betreffenden Bistümern verdeutlicht dies: 46 im Bistum Aachen, 43 im Bistum Trier, zehn im Bistum Limburg, fünf im Bistum Speyer, zwei im Bistum Mainz, keiner im Bistum Freiburg. Selbst 183 katholische Friedhöfe im Bistum Köln stellen angesichts der zahlreichen Katholiken dort eine eher geringe Größe dar. Ähnlich ist die Situation auf evangelischer Seite: Auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gibt es acht, in der Evangelischen Kirche der Pfalz vier und in der Evangelischen Landeskirche in Baden keinen evangelischen Friedhof. Auch im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland, die immerhin große Teile Nordrhein-Westfalens, von Rheinland-Pfalz und des Saarlands abdeckt, finden sich nur 180 evangelische Begräbnisstätten. Hintergrund ist unter anderem die Säkularisierung kirchlichen Eigentums zu Anfang des 19. Jahrhunderts, zumindest in den einstmals französisch besetzten Gebieten.
Wie viele kommunale Friedhöfe leiden auch zahlreiche kirchliche unter einem immensen Kostendruck, verursacht unter anderem durch den langjährigen Trend zur Feuerbestattung und zu kleineren und damit günstigeren Gräbern. Bei der Erhebung von Aeternitas zeigt sich, dass vielerorts Trägerschaft und Verwaltung an Kommunen abgegeben wurden, im Bistum Augsburg zum Beispiel allein bei ungefähr 350 Friedhöfen. Im Unterschied zu kirchlichen Trägern sind die Gemeinden gesetzlich verpflichtet, Grabstätten für verstorbene Einwohner vorzuhalten.
Aeternitas hat von allen 27 Bistümern und 20 Landeskirchen die Anzahl der jeweiligen katholischen bzw. evangelischen Friedhöfe in deren Gebiet erhoben. Träger bzw. Betreiber vor Ort sind meist Kirchengemeinden oder aus diesen zusammengeschlossene Friedhofsverbände.

Stemweder Bote, 18. November 2017

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