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Super Stimmung bei Bornheimer Karnevalszügen


Neun närrische Lindwürmer verzauberten Narren am Straßenrand - Große Begeisterung bei Zugteilnehmern und Gästen


Nach dem gelungenen Auftakt des Straßenkarnevals im Vorgebirge am 18. Februar beim Kinderkarnevalszug in Sechtem, starteten an Weiberfastnacht neun Züge durch die Bornheimer Orte. Das Wetter war trocken bei angenehmen Temperaturen. Nur in Merten begann es kurz nach Zugbeginn zu regnen. Eine deutlich stärke Präsenz von Polizei und Ordnungskräfte sorgte dafür, dass alles in geordnetem Bahnen verlief. Die Züge waren ein zünftiger Abschluss einer bemerkenswerten Session, die allen Beteiligten noch lange positiv in Erinnerung bleiben wird. Sie hat dem Ruf Bornheims als der Karnevalshochburg im Vorgebirge weiter Auftrieb gegeben.
Roisdorf. "Roisdorf außer Rand und Band, alles fest in jecker Hand" - das war nicht nur das Motto von Prinzessin Sandra II. (Romes), sondern charakterisierte treffend den Karneval und insbesondere den Weiberfastnachtszug in diesem Bornheimer Ortsteil. Angeführt von den Heimatfreunden Roisdorf, die im letzten Jahr ihr Silberjubiläum begehen konnten, wälzte sich ein närrischer Lindwurm von insgesamt 34 Gruppen und Wagen durch die Straßen und das applaudierende närrische Volk am Straßenrand. Da surfte der "Teufel auf der Welle und schmeißt Kamelle" (Gruppe Kunterbunt), die "Sonnenblumen" kamen als "Qualle, he in Roisdorf, net op Malle", Ex-Prinzessin Iris I. (Osang) tat kund: "Iris ohne VIP ist shit" und die "Böömchesfründe" blieben ihrer Tradition ""mer jon jedes Johr als Clown" treu, um nur einige der mit viel Liebe und Herzblut arrangierten Fußgruppen und Wagen zu nennen. Die Schützen nahmen sich akzentuiert ("Dat Wasser von Bonnem - taucht nix") der Lokalpolitik an. Abschluss und zugleich Höhepunkt bildete der Prunkwagen von Sandra II. und ihrem Piratengefolge. Roisdorf Alaaf und Ahoi.
Kardorf. Auch in dieser Session boten die Kardorfer Jecken bei ihrem Zug der dicht gedrängten Zuschauerschar ein buntes Bild rheinischen Frohsinns. Dabei ließen sie sich von den Unbilden des Straßenbaus in ihrem Ort nicht beirren, getreu dem diesjährigen Motto "De Zoch jeiht erop, de Zoch jeiht eraf". Da waren die Vürjebirchspiraten met ihren jecken Perlen genauso unterwegs wie Käpt`n Blaubär un Hein Blöd, die "in Kardörp niemols mööd wäde". Jede Menge Super Marios ließen es krachen und Froschkönige, Paradiesvögel, Trolle und Frösche taten es ihnen gleich. Den vielumjubelten Schluss bildete einmal mehr der Männergesangverein mit seinem großen Festwagen, bei dem "im Zwergenreich alle Wichteln gleich jodelten". Beim vorausgegangenen Prinzenempfang bescheinigte Bürgermeister Wolfgang Henseler dem Festausschuss Kardorfer Karneval, dass er es stets aufs Neue versteht, "aktuelle Dorfprobleme närrisch auf die Schippe zu nehmen".
Hemmerich/Rösberg. Gleich zu Beginn des Zuges, der auch in diesem Jahr von Rösberg nach Hemmerich ging, heizte das Musikcorps der Altstädter Köln den Tollitäten auf ihrem Tribünenwagen so gewaltig ein, dass diese durch Schunkeln das Gefährt mächtig ins Schwanken brachte. Ein weiteres Highlight des über 350 Teilnehmer und 17 Gruppen umfassenden Zuges war die gelungene Parodie auf Donald Trump. "Let"s make Hemmerich great again" - damit gaben die "Hemmericher Junge" ein klares Bekenntnis ab, was sie mit ihrem Heimatdorf vorhaben. Eine Mauer im Trumpschen Stil rund um den Höhenort muss es ja nicht unbedingt sein. Toll war erneut die großartige Beteiligung der Kindergärten "Burgwiese" und "Spatz", die die zahlenmäßig stärksten Gruppen stellten. Als schönst kostümierte Gruppe wählten die Tollitäten die "Pustefixe" des Damenkomitees Hemmerich (Platz 1), gefolgt von den Dalmatinern der "Girl Power Hemmerich" und der Kita "Spatz". Abschließend wurde im Festzelt auf dem alten Schulplatz noch bis tief in die Nacht gefeiert.
Waldorf. "Es war einfach großartig, Kinderprinzessin in Waldorf sein zu dürfen." Annika I. (Kluth) war mehr als zufrieden mit ihrer närrischen Regentschaft und versprach: "Deshalb könnte ich mir gut vorstellen, später einmal auch bei den Großen Prinzessin zu sein, am liebsten in Merten". Bevor sie auf ihrem Prunkwagen und mit großem Gefolge den Höhepunkt des diesjährigen Kinderkarnevalsumzugs bildete, zogen 410 Teilnehmer, darunter 110 Kinder, mit 9 Motivwagen und 3 Musikkapellen durch die mit Jecken dicht gesäumten Straßen. Erstmals dabei waren die Fußgruppen "SC and Friends" und "KC -Voll drupp" sowie die "Verrückten Hühner" mit einem Motivwagen. Insgesamt waren 29 Gruppen unterwegs. Während der Session hatte Annika I. mit ihrem Sessionslied "Dat Hätz vom Vürjebirch", das ihr Ex-Höhner Franz-Martin Willizil auf den Leib geschrieben hatte, einer Hymne auf den 1. FC Köln und weiteren Karnevalsliedern die Säle im Vorgebirge gerockt. Beim Tollitätenempfang vor Zugbeginn wurde Sebastian Josefiak, scheidender Geschäftsführer des Bornheimer Ortsausschusses mit der Dieter Kremer Gedächtnismedaille für sein langjähriges beispielhaftes Engagement geehrt.
Widdig. "Uss USA sin mir jetzt fott, denn do spillt jo dr Trump beklopp!" Und so wanderten die Indianer vom Stamme "Familienglück" nach Widdig am Rhein aus, um hier dem Karnevalszug eine "internationale" Note zu geben. Überhaupt zeigten die 18 teilnehmenden Gruppen, was den nördlichsten Bornheimer Rheinort so lebens- und liebenswert macht. Da konstatierte beispielsweise die Gruppe Bachmann-Niermann "Dat Wasser von Widdig is joot", "Drieß op dr Kall" präsentierte die heißesten Bräute und ihre männlichen Pendants und die "Krabbelgruppe" hatte sogar einen Shopping-King dabei. Die "Hexen vom Ringberch" fragten sich "Wo ist Walter?" und die Damen des SC Widdig traten nicht, wie gewohnt, gegen das runde Leder, sondern "schossen dieses Mal mit Eiern". Kurz: es war wiederum ein kleiner, aber doch ausgesprochen feiner und kurzweiliger Zug, der gewohnt gekonnt und jeck von Wilfried Hambach kommentiert wurde und den Friedel Emmerich souverän vom Lichtweg zur Germanenstraße leitete.
Hersel/Uedorf. Wenn der Zug von Uedorf nach Hersel geht, spielt der Wettergott mit. So war es auch diese Session, so dass die Zugteilnehmer ebenso wie die Zuschauer das Spektakel so richtig genießen konnten. Mehr als 30 Gruppen zogen mal mit, mal ohne Wagen durch die Straßen und ließen einen Kamelleregen auf die Jecken am Straßenrand niederprassen. Gabi Voosen leitete gemäß dem Motto "Mir finge de Wäch" auch ohne Jürgen Morche, der krankheitsbedingt nicht dabei sein konnte, die närrischen Parade sicher durch die Rheinorte. Den Schluss bildete das mittlerweile weit über die Grenzen Hersels und Uedorf bekannte Dreigestirn Jan I. (Valentini-Stengert), Bauer Heijo (Heinz-Jürgen Müsseler) und Jungfrau Nobsi (Norbert Wrobel), deren grenzenloser Frohsinn die Narren ein ums andere Mal verzauberten. Für Gerda und Jürgen Hirschfeld aus der Gruppe "Veedelspänz" war es ein besonderer Zug, denn die beiden waren zum zehnten Mal dabei - und das, obwohl sie für dieses Erlebnis extra acht Jahre aus Duderstadt und zwei Jahre aus Landau in der Pfalz anreisten mussten.
Bornheim-Ort. Es war für die Wagenführer an manchen Ecken so eng wie nie zuvor. Die Navigation beispielsweise des mächtigen Raumschiffs "Enterprise" der SG Sechtem, begleitet von jeder Menge Spocks, Captain Kirks, Pilles, Uhuras und Scottys, erforderte jede Menge Präzisionsarbeit. Aber letztendlich ging alles gut und Zugleiter Sebastian Josefiak, der letztmalig den närrischen Korso in Bornheim-Ort auf die Reise schickte, konnte am Ende des Tages zufrieden auf ein gelungenes Event zurückblicken. Insgesamt machten sich knapp 40 Gruppen mit circa 700 Jecken auf den Weg. Und die hatten weder Kosten noch Mühe, weder Gehirnschmalz noch Kreativität gescheut, um dieses Festival der Freude und des Frohsinns närrisch zu gestalten. Herrliche Bilder boten die "Funnys" aus Brenig mit ihren an ein fröhliches mexikanisches Totenfest erinnernden Kostümen, die größte Gruppe der in ihren Firmenfarben, die zugleich die des 1. FC Köln sind, gewandeten Mitarbeiter der Kreissparkasse Köln, die "Rentner" der Leiterrunde Brenig, die Clowns der Gruppe "Burger" oder die griechischen Götter der "Ahle Häre" des SSV Bornheim, um nur einige zu nennen. Nach Zugende wurde open air, in den Gaststätten und privat ausgiebig weiter gefeiert.
Walberberg. Auch in Walberberg bekam Donald Trump sein Fett weg. Die KG "Pappnasen" wuselten mit diversem Putzzeug nicht nur im Zug herum, sondern ließen auch die Zuschauer an ihren "Säuberungsaktionen" teilhaben - frei nach dem Motto: "Walberberch Först - Wir enTRÜMPeln die Welt". Insgesamt versetzten 19 Gruppen die Dorfbewohner und ihre Gäste in eine ausgelassene, aber friedliche Stimmung, so dass es für alle eine Lust war, den Rosenmontag dort verbringen zu dürfen. Neben den "Pappnasen" waren die Gruppe Kuhl, die Freiwillige Feuerwehr, die Berjer Bienen, der Junggesellenverein, die Berjer Höhne, der Kirchenchor, die Chaos Camper, die Spaßvögel, der KC "Ahl Säu", die Pfadfinder, das Bündnis 95 Schwarz, Edeka Breuer, Jecke Berge Familich, der KC "Dream Team", das Tanzcorps Rot-Wieß Hemmerich sowie die Gruppe "An der Bonnstraße und Freunde", begleitet vom Spielmannszug Wilster, dabei. Den Schlusspunkt bildete Exprinzessin Joana I. (Wollsiefer) auf ihrem großen Prunkwagen. Eine Träne verdrückte Polizeihauptkommissar Bernhard Kübbeler, denn für den Bezirksdienstbeamten war es das letzte Mal, dass er einen Karnevalszug begleiten durfte.
Merten. Krönender Abschluss des Straßenkarnevals in Bornheim war erneut der Mertener Veilchendienstagszug - ein närrischer Lindwurm der Superlative. Insgesamt treckten 1030 Teilnehmer durch die Perle des Vorgebirges. Sie führten 19 Motiv- und 12 Bagagewagen mit sich und wurden von 6 Musikzügen begleitet. Die Grundschule Merten war mit 240 Schülern, Lehrern und Eltern die größte Gruppe und die Feuerwehr und die "Karnevalsfreunde Merten" waren jeweils mit rund 60 Jecken dabei, während die Gruppe "Horst" klein, aber fein mit 7 "Narzissen" das bunte Bild bereicherten. Aber hinter diesen Zahlen stand die Kreativität, die diesen Zug auszeichnete, nicht zurück. So bunt, so abwechslungs- und einfallsreich, so abgedreht und umjubelt - das zeichnete Merten erneut aus. Wettertechnisch hatte die IGMK schon einmal das Motto "Wenn et net ränt... dann dröp et!" ausgegeben, was sich angesichts des bald nach Zugbeginn einsetzenden Dauerregens doch als etwas optimistisch erwies. Aber die Narren ließen sich dadurch nicht verdrießen, sondern feierten ihr Damendreigestirn Agi I. (Olligschläger-Loedel), Bauer Wilma (Fieber) und Jungfrau Ruth (Pesch) nach Herzenslust. Für die drei standen sogar zwei Prunkwagen bereit, von denen aus sie am Zugende das Publikum mit Kamelle, Strüsjer und sonstigem Wurfmaterial regelrecht bombardierten. Und auch hier gab es einen Abschied zu verzeichnen, denn es war für Polizeihauptkommissar Michael Halm, den Bezirksdienstbeamten für Merten und Walberberg, sein "letzter Zug". (WDK)

Wir Bornheimer, 11. März 2017

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