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Gewaltige Kirchenbauten und schöne Seebäder


Eine Reise entlang der deutschen Ostseeküste (1)


Unser Reiseziel ist Mecklenburg-Vorpommern. Wir bewegen uns in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und wollen schauen, was ist seit der Wende anders geworden, denn fast die gleiche Reise hatten wir bereits 1994 unternommen. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land im Nordosten Deutschlands im Zentrum des südlichen Ostseeraumes. Es grenzt im Norden an die Ostsee, im Westen an Schleswig-Holstein und Niedersachsen, im Süden an Brandenburg und im Osten an die Republik Polen. Viele bekannte Badeorte liegen an der Ostseeküste, die schon eine lange Tradition aufweisen können.
Wir beginnen unsere Reise in der Nähe von Lübeck im Ostseebad Boltenhagen. Um 1230 wurden bereits Ortsteile urkundlich erwähnt. Um 1800 beginnt in dem damals kleinen Bauern- und Fischerdorf der Badebetrieb, Graf Bothmer aus Klütz nimmt mit seiner Familie von einem Badekarren aus das erste Bad in der Ostsee. Richtig los geht es aber 1929. Der Ort erhält den Titel "Ostseebad" und 70 Vermieter beherbergen jährlich 5000 bis 6000 Gäste. Heute besucht die fünffache Menge Touristen das Ostseebad, das durch seinen gepflegten Kurpark und die Promenade besonders gefällt. Als kulturelles Zentrum des Ostseebades lädt eine schmucke Konzertmuschel insbesondere im Sommer zu allerlei bunten Veranstaltungen ein. Die Seebrücke, 1992 fertiggestellt, ersetzt Vorgängermodelle, die immer wieder durch Eismassen zerstört wurden. Heute kann man 290 Meter hinaus auf die Ostsee flanieren oder von dort einen Schiffsausflug starten.
Unser nächstes Ziel ist die Hansestadt Wismar. Das H im Kennzeichen HWI steht für Hansestadt. Das hat Wismar mit einigen anderen Hansestädten gemeinsam. Eine Ausnahme bildet da lediglich die Hansestadt Wesel, sie muss ohne das H auskommen. In Wismar gefiel uns der beeindruckende Marktplatz mit seinen prachtvoll restaurierten Bürgerhäusern mit wunderschönen Giebeln. Neben beeindruckenden Kirchen, St. Georgen und St. Nikolai, ragt ein 80 Meter hoher Kirchturm ins Stadtbild. Er gehört der Marienkirche, deren Chorraum nach stärker Kriegsbeschädigung 1960 gesprengt wurde. Seine Ausmaße sind durch Mauersegmente angedeutet. Im alten Hafen gefiel uns besonders das Baumhaus und das Wassertor. In einem der zahlreichen Fischverkaufsschiffe, die an der Hafenkai liegen, erwarben wir leckere Fischbrötchen, die bei Seeluft genossen, besonders gut schmecken.
Unser nächster Stopp führt uns in Molli-Land. Die Dampfeisenbahn "Molli" verkehrt mehrmals täglich zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn. Dabei geht die etwa 15 Kilometer lange Strecke über das Seebad Heiligendamm. Molli wird daher als Bäderbahn bezeichnet.
Bad Kühlungsborn ist der größte Bade- und Erholungsort Mecklenburgs. Der breite Sandstrand zieht sich über sechs Kilometer hin. Imponierend ist auch die über drei Kilometer lange Strandpromenade. Ausgerechnet hier stoßen wir auf ein Relikt aus der DDR-Zeit: An der Strandpromenade steht noch ein Ostsee-Grenzturm. Er war Teil des Grenzsystems und diente der Verhinderung von Fluchten und der Überwachung der Schiffsbewegungen auf dem Meer.
Die nächste Hansestadt erwartet uns. Rostock erstreckt sich 16 Kilometer entlang am Westufer der Warnow bis hin zum Seehafen Warnemünde. Der für den Fährverkehr und Güterumschlag wichtige Hafen, sowie der größte deutsche Kreuzfahrhafen befinden sich hier.
Die Stadt ist bekannt als Universitätsstadt. Die Uni Rostock wurde um 1400 gegründet und gilt als die älteste im Ostseeraum. Im Stadtbild fallen insbesondere die Kirchen auf. Wuchtige Türme, in Ziegelsteinbauweise erstellt, scheinen für die Ewigkeit gebaut worden zu sein, wie die Marienkirche und die Nikolaikirche. Die Petrikirche wirkt dagegen schlank mit ihrem 117 Meter hohen Kirchturm. Schöne alte Bauten, mit Treppengiebeln, teilweise in Backsteingotik errichtet, bestimmen das Stadtbild.
Unsere nächsten Ziele befinden sich in der Vorpommerischen Boddenlandschaft. Wir finden diesen Landschaftstyp, der sich durch flache inländische Seen auszeichnet, auf Darß und Zingst, sowie auf Rügen. Darüber berichten wir in der nächsten Ausgabe der Grenzland Nachrichten.

Grenzlandnachrichten, 2. November 2017

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