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Alles Müll - oder?


DRK Familienzentrum Weilerswist Süd nahm den Kindergartenabfall genau unter die Lupe


Ist eigentlich alles Müll, was in unseren Abfalltonnen landet? Gibt es Dinge, die wiederverwertet werden können. Und was passiert eigentlich, wenn wir Müll einfach im Garten vergraben? Viele spannende Fragen galt es für die Kinder des DRK Familienzentrums Weilerswist zum Thema Müll zu klären. "Das Lernmaterial des Abfallwirtschaftszentrums des Kreises Euskirchen hat für uns den Impuls gegeben, uns noch näher mit dem Thema Müll zu beschäftigen", berichtet Gabriele Göke, Leiterin der Kindertageseinrichtung.
Vor allem begeisterte die Erzieherinnen, dass alle Kinder der Einrichtung in das Thema mit eingebunden werden konnten. "Mit den Jüngsten beschäftigten wir uns mit dem Thema Mülltrennung, das die Kinder, die schon länger in unserer Kita sind, schon aus dem Eff-Eff beherrschen. Denn natürlich wird in unserer Kita von jeher der Müll getrennt gesammelt und entsorgt", so Göke.
Anhand der Materialien des Abfallwirtschaftszentrums lernten die Kleinen zunächst anhand bunter Plakate, in welche, farblich sortierten Mülleimer welcher Müll gehört, bevor sie Ihr Erlerntes in die Praxis umsetzten. "Anfangs fragten die Kinder öfters nach, ob dieser oder jener Mülleimer der richtige sei. Doch von Woche zu Woche wurden sie sicherer", sagte die Kita-Leiterin.
Natürlich interessierten sie sich wie auch die größeren Kita-Kinder, warum Müll überhaupt getrennt wird, warum kommt nicht aller Müll einfach in eine Tonne und dann auf die Deponie oder in die Verbrennungsanlage. Und so erfuhren die Jungen und Mädchen, dass mancher Müll eben nicht einfach nur Müll, sondern sehr wertvoll ist. Dass sich aus altem Papier in einer Papierfabrik wieder neues Papier herstellen lässt, ohne dass man dafür Bäume fällen muss. Dass aus leeren Verpackungen wieder neue Verpackungen entstehen können.
In den Bastelstunden erfuhren die Kinder aber auch, dass nicht alles, was auf den ersten Blick nach Müll aussieht, unbedingt in die Tonne muss. Aus Joghurtbechern, Tetrapacks oder dem Papp-Innenteil der Toiletten- und Küchenrollen lassen sich zu allen möglichen Gelegenheiten wunderbare Sachen basteln. Mit ein bisschen Fantasie - und davon haben die Kinder ja nun jede Menge zu bieten - lässt sich aus vielen "Müll-Teilen" eine wunderschöne Bastelei herstellen, die zudem auch noch preiswert ist.
Je weiter das Müll-Projekt im Familienzentrum voranschritt, je intensiver sich Erzieherinnen und Kinder damit befassten, desto mehr reifte der Gedanke, dass dies ein stimmiges Thema für den Wettbewerb zum Josef-Esser-Umweltpreis 2018 sein könnte. "Unser Ziel war und ist, mit den Kindern zu einer nachhaltigen und ressourcenorientierten Umwelterziehung beizutragen", erklärte Gabriele Göke bei der Vorstellung des Projekts vor dem Kuratorium der Josef-Esser-Stiftung.
Sinn und Zweck des Projekts war natürlich auch, dass die Kinder diese nachhaltige Umwelterziehung auch mit ins Elternhaus nehmen. "Das hat auch ganz prima geklappt", erklärte Andreas Schulte, an diesem Tag Kuratoriumsmitglied für die SPD-Fraktion, schmunzelnd. Schließlich passte Sohn Noah genau auf, dass der Müll auch zu Hause ordentlich getrennt wird.
Den meisten Spaß hatten die Kinder natürlich bei den diversen Versuchen mit den unterschiedlichen Müllarten. Theoretisch zu wissen, dass man Plastikbehälter wie Joghurtbecher nicht einfach in der Natur entsorge sollte, ist schön und gut. Aber mit eigenen Augen zu sehen, dass dieser Joghurtbecher, selbst wenn er in der Erde vergraben ist, nach Wochen und Monaten immer noch so aussieht wie an dem Tag, als die Kinder ihn vergraben hatten, ist schon weit beeindruckender.
Ganz anders verhielt sich da natürlich das eingegrabene Brötchen. Von Woche zu Woche schauten die Kinder auch hier nach, was mit dem Brötchen in der Erde passierte: Sie sahen, dass sich Fliegen an dem Teig gütlich taten, dass es immer mehr zerfiel beziehungsweise vom Getier im Erdreich verspeist wurde - bis es schließlich gar nicht mehr zu sehen war.

Wir in Weilerswist, 3. März 2018

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