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Das gemeinsame Festmahl


Speisen zur Weihnachtszeit


Weihnachtsessen gibt es viele. Die einen mögen es ganz klassisch mit Rotkohl, Knödeln und Gänsebraten. Wer nicht die ganze Zeit in der Küche stehen will, serviert das Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat und wieder andere schwören auf Fondue als Festtagsmahlzeit. Vor allem die Jüngsten stehen dem Würstchen gnädiger gegenüber, als dem Rotkohl und so obliegt die Gestaltung des Menüs wohl nicht immer der Hand des Küchenchefs! Dass es eigentlich gar nicht um die Speisenfolge am Heiligen Abend geht, verbirgt der Alltagsstress leider häufig. Es ist das gemeinsame Mahl, das nicht nur anstrengend und voller Kompromisse, sondern auch wunderschön besinnlich sein kein. Versetzen der reich geschmückte Christbaum mit seinen zarten Glaskugeln und Lichtern und der festlich gedeckte Tisch den ganzen Raum schon in eine weihnachtliche Zauberwelt, so macht die Harmonie auch vor dem lauten Onkel Gerhard und der etwas anstrengenden Schwiegermutter nicht halt. Weihnachten ist eben doch etwas ganz besonderes. Das gemeinsame Essen durchzieht jede Kultur und Religion. Es ist eine Universalie des menschlichen Zusammenlebens. In vielen Familien wird zum Heiligen Abend ein Gedeck mehr aufgetragen, das die Möglichkeit symbolisiert, einem überraschenden Gast Einlass zu gewähren - ganz wie es in der Weihnachtsgeschichte in Bethlehem geschehen ist. Im deutschsprachigen Raum sind vielfältige Geschichten und Bedeutungen rund um das Weihnachtsmahl überliefert. So stehen die Klöße für die finanzielle Absicherung des Haushaltes, der Hirsebrei für überquellenden Wohlstand, und das Brot für die Nahrung des kommenden Jahres. Schutz gegen Widrigkeiten und böse Geister verleihen Pfeffer und Salz und die Winterfrucht Preiselbeere soll die Familie vor Krankheiten schützen.
In einigen Regionen Mittel- und Süddeutschlands sind die neunerlei Gewürze vom Weihnachtsessen nicht wegzudenken: Zimt, der vor allem in Sri Lanka, aber auch in Teilen Indiens als Rinde des Zimtstrauches geerntet wird, Ingwer, die Wurzel eines Liliengewächses, Anis und Fenchel, die, in Indien und im Mittelmeerraum angebaut, sehr wohltuend für die Verdauungsorgane sind, Piment, der als rötliche Beeren in weiten Teilen Südamerikas beheimatet ist und Koriander, der bei uns vor allem als Würzmittel für Fisch und Brot bekannt ist. Dazu kommen noch Kardamom aus Indien, Muskatnüsse von den Philippinen und die Gewürznelke, die nicht nur gegen Zahnschmerzen helfen soll, sondern für viele auch einen klassischen „Weihnachtsduft" verströmt.
Und wer nach dem ganzen Essen etwas für die Figur tun möchte, verzichtet auf den üblichen TV-Weihnachtsfilm und macht es wie die meisten Skandinavier: Hier tanzen die Familien und Freunde um den bunt geschmückten Weihnachtsbaum, so dass die Zweige nur so wackeln! (Quelle: Nordmann Classic)

Stemweder Bote, 23. Dezember 2017

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